Mehr Azubis in Pflege, aber…
Bild: Johannes Ross (via unsplash.com)
Sachsens Statistikamt meldet: 9.297 Menschen befinden sich derzeit in einer Pflegeausbildung; ein Plus von 583 (6,7 %) gegenüber 2024. Im vergangenen Jahr wurden 4.504 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, mehr als je zuvor. Klingt nach einem Erfolg.
Im selben Bericht offenbart sich aber ein Haken: Die Abbruchquote steigt von zuletzt 6,8 % auf 7,5 %. Mehr Einsteiger also, aber ebenso mehr Aussteiger. Stellt sich die Frage, woran das liegt. Ich habe da eine Vermutung.
Wir sagen: Wer seinen Arbeitsmittelpunkt in der Pflege finden will, der braucht mehr als eine Pressemitteilung aus dem Sozialministerium. Es braucht gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Dienstpläne, einen Ausbildungsalltag ohne chronischen Personalmangel, in dem der Azubi als Vollzeitkraft ausgebeutet wird.
Neues Personal ist gut und wichtig, keine Frage. Aber nur mehr Azubis lösen den Pflegenotstand per se nicht. Sachsen braucht eine Pflegepolitik, die Menschen im Beruf hält; eine Politik, die die Pflege im Allgemeinen für alle, also für Pflegebedürftige wie dem Pflegepersonal, grundlegend verbessert – und nicht nur halbwegs positive Statistiken produziert.

