Attestpflicht ja, aber nicht für Beamte?

Bild: Johannes Ross (via unsplash.com)

Merz, der Zweitgewählte ärgert sich fürstlich über »zu wenig Arbeit, zu viel Krankheit«. Und so will er Arbeitnehmer im Krankheitsfall ab Tag 1 in überfüllte Wartezimmer zwingen. Dass Hausärzte dies für reichlich unsinnig halten, ist dem Bundeskanzler egal.

Jetzt kommt’s: Beamte aber soll diese Pflicht nämlich nicht treffen! Offenbar kann man Staatsbediensteten nicht zumuten, was man dem einfachen Bürger handstreichartig aufbürdet! Denn: Beamte sollen ein Attest nur »auf Verlangen« vorlegen, je nach dem, was das jeweilige Beamtengesetz vorschreibt.

Zum Vergleich: Berliner Beamte etwa fehlen im Schnitt 36,8 Tage im Jahr; mehr als der Bundesdurchschnitt der Arbeitnehmer mit 19,5 Tagen. In manchen Bereichen wie im juristischen Prüfungsamt sind es gar mehr als 60 Krankheitstage! In der Bundestagsverwaltung wiederum liegt der Krankenstand im Durchschnitt bei über 22 Tagen.

Misstrauen und Kontrolle für die Malocher, Vertrauensvorschuss und Privilegien für die eigene Kaste.

So interpretiert die schwarzrote Tränenkoalition Gerechtigkeit?⁩

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