Geheimdienst hört beim Arzt mit?
Bild: Johannes Ross (via unsplash.com)
Sitzen Mitarbeiter eines Geheimdienstes künftig mit im Behandlungszimmer und schreiben mit?
Die Bundesregierung plant offenbar, Befugnisse von Nachrichten- und Geheimdienstes erheblich auszuweiten. Für Arztpersonal, Apotheken, Psychotherapeuten und andere Heilberufe soll nicht mehr derselbe Schutz gelten wie etwa für Rechtsanwälte oder Geistliche.
Das heißt: eigentlich vertrauliche Gespräche, die eigentlich unter besonderem rechtlichen Schutz stehen, dürfen »unter bestimmten Voraussetzungen« überwacht werden. Erlaubt wären dann wohl auch Aufzeichnungen von Anamnesegesprächen oder verdecktes Betreten von Praxisräumen.
Innere Sicherheit ist wichtig, insbesondere in den heutigen Zeiten. Aber das Vertrauensverhältnis zwischen dem Patienten und dem Heilberufler darf nicht geschliffen werden.
Sonst gehen wir mit immer größeren Schritten Richtung Überwachungsstaat.

