Urlaubsgeld? Schön wär’s…

Bild: Johannes Ross (via unsplash.com)

Da kommt kein Sommerfeeling auf: Mit nur 42 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben ist der Freistaat Sachsen bundesweit das Schlusslicht. Was das bedeutet, zeigt sich jetzt in der Urlaubszeit: Nur jeder dritte Beschäftigte im Osten bekommt überhaupt Urlaubsgeld – im Westen ist es fast jeder zweite.

Hier gibt es einen Zusammenhang: In tarifgebundenen Betrieben erhalten immerhin 74 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld. Ohne Tarifvertrag sind es gerade mal 36 Prozent. Wer also keinen Tarifvertrag hat, steht mit leeren Händen da, und das betrifft in Sachsen die Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Hinzu kommt der sogenannte Lohnrückstand: Beschäftigte in Betrieben ohne Tarif verdienen in Sachsen 14 Prozent weniger als Kollegen in vergleichbaren Betrieben mit einem Tarifvertrag. Das heißt: Weniger Lohn das ganze Jahr. Und im Sommer obendrein kein Urlaubsgeld. Weihnachtsgeld? Im Glücksfall vielleicht. Im Westen der Republik bekommen Tarifbeschäftigte, wie sollt es anders sein, im Schnitt 496 Euro mehr Urlaubsgeld als Tarifbeschäftigte im Osten.

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung bleibt die Republik ein geteiltes Land, dank einer Politik, die Tarifverträge nicht aktiv stärkt. Noch immer werden in Sachsen Unternehmen ohne Tarifvertrag mit öffentlichen Geldern finanziert; ein unfairer Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten.

Mit aller Deutlichkeit: Die Arbeit der Sachsen ist nicht weniger wert als die der Westdeutschen! Dieses Lohndumping muss aufhören!

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